Vortragsreihe des VDI Bezirksvereins, dem Raumfahrthistorischen Archiv und dem Bremer AIRbe
Die Bremer Luft- und Raumfahrtgeschichte erzählt von Pionierleistungen, internationaler
Zusammenarbeit und technologischem Fortschritt. Die Vortragsreihe „Luft- und Raumfahrt
aus Bremen – gestern, heute und morgen“ präsentiert einen kleinen Auszug daraus, mit
einem breiten Spektrum an Luft- und Raumfahrtakteuren aus Bremen. Darüber hinaus
stellt sie auch aktuelle Projekte und Missionen vor und gibt einen kleinen Ausblick in die
Zukunft der Bremer Luft- und Raumfahrt. Diese Reihe entstand in Zusammenarbeit mit
dem Bremer AIRbe e.V. und dem Raumfahrthistorischen Archiv e.V. anlässlich des
Jubiläumsjahres 2018 des Bremer AIRbe e.V. sowie dem Raumfahrtjahr 2018 der
Wirtschaftsförderung Bremen. Details zur Vortragsreihe finden Sie auf der Rückseite. Auf
den Internetseiten des Arbeitskreises Luft- und Raumfahrttechnik des VDI Bezirksvereins
sowie des AIRbe Bremen e.V. und des Raumfahrthistorischen Archivs e.V. gibt es
regelmäßige Updates.
1988-2018 – Empfang und Lesung zum 30-jährigen Jubiläum
belladonna – Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e.V., im Mai 1986 in Bremen gegründet, eröffnete 1988 das Haus in der Sonnenstraße für Veranstaltungen sowie das Bremer Frauenarchiv und Dokumentationszentrum. Hinzu gekommen sind Angebote zur Qualifizierung und Vernetzung von Frauen im Bereich Wirtschaft. Mit unserem Programm sprechen wir heute eine Vielzahl von Personen, insbesondere Frauen, aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens an.
belladonna versteht sich als Informations- und Vernetzungsstelle, die von zahlreichen Frauen, Institutionen und Verbänden frequentiert wird. Die Kombination aus Kultur, Bildung, Wirtschaft und Archiv ist einmalig in Deutschland und das Pressearchiv mit 370.000 verschlagworteten Artikeln das größte dieser Art in Europa.
Grund genug zum Feiern!
Denn in 30 Jahren ist viel passiert. belladonna hat sich von einem Frauenprojekt zu einer Fraueninstitution mit deutschlandweiter Reputation entwickelt. Zum Empfang sind herzlich eingeladen Freundinnen und Freunde von belladonna sowie alle Interessierten aus Institutionen und
Verbänden, Politik, Wirtschaft und Verwaltung.
Ab 17 Uhr Empfang
Begrüßung mit Schnittchen, Sekt und Selters.
Das Team von belladonna stellt sich in besonderer Weise vor.
Moderierter Dialog über 30 Jahre belladonna zwischen Maren Bock und Ralf Perplies, Referatsleiter beim Senator für Kultur.
Um 19.30 Uhr liest Gunna Wendt aus München aus ihrem Roman: Erika und Therese – Doppelporträt zweier ungleicher Frauen. Im Mittelpunkt steht die Beziehung von Erika Mann und Therese Giese. Mehr Informationen zur Lesung finden Sie hier.
belladonna
Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e. V.
Bremer Frauenarchiv und Dokumentationszentrum
Sonnenstraße 8
28203 Bremen
Tel.: 0421 70 35 34
Fax: 0421 70 35 44 www.belladonna-bremen.de
Es hat lange gedauert, bis eine demokratische Gesellschaftsform sich fest etablieren konnte – über die Jahrzehnte ab dem frühen 19. Jahrhundert gab es Meilensteine, Rückschläge, Kreuzungen, Irrwege und Niederlagen. Diese ausgesuchten Momente werden angesprochen.
Vortrag von Harald Klingebiel, Sozialwissenschaftler
Der spätere Literaturnobelpreisträger Günter Grass war in seiner Jugend nach eigenem Bekunden ein loyaler Nazi. Erst in amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1945 wurden ihm die Augen geöffnet. Fortan kämpfte er für Demokratie und Bürgerrechte. Man kann sein gesamtes Werk und seinen politischen Einsatz als Staatsbürger als eine lebenslange Buße für Verfehlungen in der Jugend auslegen. Anhand von zwei verschollenen und wiederentdeckten Tonaufnahmen von Grass-Veranstaltungen aus Cloppenburg (1965) und Hannover (1967) zeigt Kai Schlüter in seinem Multimedia-Vortrag mit wie viel Leidenschaft und Witz Grass sich schon früh für Demokratie und Bürgerrechte einsetzte. Kai Schlüter hat als langjähriger Radio Bremen-Redakteur viele Grass-Produktionen des Senders begleitet und mehrere Sachbücher und Hörbücher über Grass veröffentlicht. Mit Material aus dem Medienarchiv Günter Grass Stiftung Bremen.
Wahlkampfrede unter Polizeischutz.
Günter Grass 1965 in Cloppenburg.
Foto: Sammlung Peter Brinkmann
Heinrich Lohmann: Der Bremer Fichtenhof und seine Bewohner. Ein wenig bekanntes Kapitel aus dem deutschen Widerstand
Seit 1934 war der Fichtenhof in Bremen-Schönebeck das Domizil des Generaldirektors der »Nordsee« Deutsche Hochseefischerei AG Wilhelm Roloff und seiner Ehefrau Alexandra (genannt Lexi), geborene v. Alvensleben. Roloff sanierte und modernisierte die »Nordsee« und führte diesen bremischen Großbetrieb gegen Bestrebungen der NS-Politik in den Unilever-Konzern. Er installierte moderne Produktions- und Vermarktungsmethoden und begründete u.a. das Tiefkühlverfahren für Lebensmittel. Inspiriert von seinem Schwiegervater Werner v. Alvensleben, eine Persönlichkeit des konservativen Milieus, entstand auf dem Fichtenhof ein Gesprächskreis NS-kritischer Persönlichkeiten: u. a. mit Kurt v. Hammerstein-Equord, Staatssekretär Erwin Planck und Nikolaus Christoph v. Halem. Später erweitert sich dieser Kreis um Hans v. Dohnanyi, Bernd Gisevius, Eduard Waetjen, Fabian v. Schlabrendorff, Hans Oster und Otto Hübener. Auch Ludwig Beck und Carl Friedrich Goerdeler waren gelegentlich dabei. Die Unterstützung des Widerstandes, u.a. durch die Anstellung Eduard Brücklmeiers bei der »Nordsee«, führte nach dem 20. Juli 1944 zu Roloffs Verhaftung. Todesmutig schleuste sich seine Ehefrau Lexi danach selbst in die Gestapo-Verhöre, verschleppte diese und rettete ihrem Mann schließlich das Leben. Lexi war die Cousine von Heinrich Graf von Lehndorff und wohnte als einziges Familienmitglied weit im Westen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war der Fichtenhof Fluchtziel und bot der weitverzweigten Familie wie Freunden Zuflucht, u.a. den Lehndorffs, den Dönhoffs, der Baroness von der Ropp. Der Fichtenhof bildet in diesem Buch die Klammer für eine Fülle von im Text behandelten Themen und Personen. Heinrich Lohmann beschreibt ein wenig bekanntes Kapitel des deutschen Widerstands, in Verbindung mit dem Unternehmen »Nordsee« deckt er bisher weitgehend unbekannte Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Politik während des NS-Regimes und in den ersten Nachkriegsjahren auf.
Gerade hat die SPD mit Andrea Nahles die erste Frau an ihre Spitze gewählt. Stolz wird in der Partei an die lange Ahnenreihe ihrer Vorsitzenden erinnert, in der August Bebel, Friedrich Ebert, Willy Brandt und Gerhard Schröder herausragende Plätze einnehmen. Dass nach Bebels Tod 1913 der in Allenstein/Ostpreußen geborene Hugo Haase zu ihrer bedeutendsten Figur aufstieg, daran erinnern sich nur noch geschichtskundig Interessierte. Zu den Gründen dürfte gehören, dass Haase in den Weltkriegsauseinandersetzungen auf Seiten der Kritiker stand, die sich der Bewilligung der Kriegskredite widersetzten. Nach der Spaltung in Mehrheits- und unabhängige Sozialdemokraten wurde er Vorsitzender der USPD. Er verstarb 1919 an den Folgen eines Attentats. Während bis heute noch regelmäßig der Ermordung von Kurt Eisner, Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg gedacht wird, ist der zeitgenössisch sicherlich bedeutsamere Hugo Haase weitgehend in Vergessenheit geraten.
Vortrag von Prof. Dr. Uli Schöler (Stellvertreter des
Direktors beim Deutschen Bundestag; Vorsitzender des Vorstandes der
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung) Veranstalter: Landsmannschaft Ostpreußen und Westpreußen, Buchhandlung Geist und Stadtbibliothek Bremen
Im Mai 1968 wurde in der Lila Eule Bremen die Platte ‚Machine Gun‘ mit dem Peter Brötzmann Octet aufgenommen. Die Aufnahmen gelten als herausragend im Bereich des Europäischen Free Jazz. Zum 50-jährigen Jubiläum spielen am gleichen Datum und am selben Ort Peter Brötzmann, Han Bennink und Alexander von Schlippenbach. Außerdem finden einige Vorträge im Focke-Museum und an der Hochschule für Künste statt, das Kino City 46 zeigt einen biographischen Film über Peter Brötzmann und das Klaus-Kuhnke-Archiv zeigt ausgewählte Plattencovers aus dieser Zeit. http://www.50jahremachinegun.de
Für den diesjährigen „Tag der Archive“ wählte der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare das Motto „Demokratie und Bürgerrechte“.
Die Bremer Archive präsentieren zu diesem zeitlos aktuellen Thema Dokumente, Plakate, Fotografien, Plattencover und Kunstwerke aus ihren umfangreichen Beständen.
Die Ausstellung im Vegesacker Geschichtenhaus wird am 25. Mai um 18.00 Uhr eröffnet und ist dort bis zum 26. Juni zu sehen.
Plakat zum internationalen Frauentag 1914. belladonna, Bremer Frauenarchiv und DokumentationszentrumVereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Demonstration in Straßburg, 1979. Foto: Raimund Gaebelein/VVN / Kulturhaus Walle