
Hans B. war ein Bremer Kaffee-Kaufmann. Sein Kaffeeimportgeschäft, in dem er 1939 250 Mitarbeiter beschäftigte befand sich in der Riensberger Straße. 1937 trat er der NSDAP bei. B. hatte gute Beziehungen zum Leiter des Reichsicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich. 1940 wurde er von Heydrich zum Leiter der „Ernährungs- und Wirtschaftsstelle Ghetto“ in Litzmannstadt ernannt und war verantwortlich für 85 000 Menschen die im Ghetto lebten. Ein Mitarbeiter der Ghetto-Verwaltung war Hobbyfotograf und fotografierte den Ghetto-Alltag aus seiner Sicht. Die Fotos, die später in einem Wiener Antiquariat aufgefunden wurden, verarbeitete Darius Jablonski zu einem mit dem Prix Europa ausgezeichneten Film.
Nach dem Krieg tauchte B. unter, wurde aber von einem ehemaligen Ghetto-Insassen entdeckt und nach Polen ausgeliefert. B. wurde in Lódź vor Gericht gestellt und zum Tod durch Erschießung verurteilt.
In seinem Vortrag berichtet der Horn-Leher Stadtteilchronist Michael Koppel über die Lebensgeschichte B’s und den Getto-Alltag. Ausserdem werden Ausschnitte aus dem Film „Der Fotograf“ gezeigt, in dem zeitzeugen über den Alltag im Getto berichten.
Am 22. Oktober 2013 erwartet das Publikum im Bremer Zentrum für Baukultur ein sehr interessanter Vortrag über den bekannten Krankenhaus-Baumeister Ernst Kopp. Referiert wird dieser von Dr. Ing. Peter R. Pawlik, Architekt BDA, der selbst als freischaffender Krankenhausarchitekt in Berlin tätig ist. Pawlik beschäftigte sich eingehender mit der Person Ernst Kopp durch seine zusätzliche Arbeit als Krankenhaushistoriker und -theoretiker. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass seine Recherchen in einem umfangreichen Buch mündeten, in dem das spannende und wechselvolle Leben und Werk des deutschen Krankenhausarchitekten Ernst Kopp beschrieben wird. Peter R. Pawlik hatte bereits im Jahre 2009 über den ebenfalls mit Krankenhausbau beschäftigten Architekten Herman Distel eine Monographie publiziert. Eine wissenswerte, aber nicht sehr bekannte Facette aus der der Biographie Ernst Kopps ist sein Bezug zur Hansestadt Bremen; nachdem Kopp im Jahre 1955 nach Deutschland zurückgekehrt war (er hielt sich ab 1949 in Alexandria auf), gründete er zusammen mit seinem Neffen Bert Gielen im Jahre 1956 ein Architekturbüro in Bremen, das daraufhin sehr erfolgreich Krankenhäuser im In- und Ausland bauen sollte. Darunter waren auch einige Projekte in Bremen selbst, so beispielsweise das Diakonissenkrankenhaus (jetzt DIAKO, 1956/57-1961), die Innere Medizin am Städtischen Krankenhaus Bremen-Nord (1956-1962) und der Zentralbau der Städtischen Krankenanstalten Bremen (jetzt Zentralklinikum Bremen-Mitte, 1958/59-1963). Ernst Koppverstarb im Jahre 1962 in der Schweiz.
