Hugo Haase – ein zu Unrecht vergessener Sozialdemokrat

Gerade hat die SPD mit Andrea Nahles die erste Frau an ihre Spitze gewählt. Stolz wird in der Partei an die lange Ahnenreihe ihrer Vorsitzenden erinnert, in der August Bebel, Friedrich Ebert, Willy Brandt und Gerhard Schröder herausragende Plätze einnehmen. Dass nach Bebels Tod 1913 der in Allenstein/Ostpreußen geborene Hugo Haase zu ihrer bedeutendsten Figur aufstieg, daran erinnern sich nur noch geschichtskundig Interessierte. Zu den Gründen dürfte gehören, dass Haase in den Weltkriegsauseinandersetzungen auf Seiten der Kritiker stand, die sich der Bewilligung der Kriegskredite widersetzten. Nach der Spaltung in Mehrheits- und unabhängige Sozialdemokraten wurde er Vorsitzender der USPD. Er verstarb 1919 an den Folgen eines Attentats. Während bis heute noch regelmäßig der Ermordung von Kurt Eisner, Karl Liebknecht oder Rosa Luxemburg gedacht wird, ist der zeitgenössisch sicherlich bedeutsamere Hugo Haase weitgehend in Vergessenheit geraten.

Vortrag von Prof. Dr. Uli Schöler (Stellvertreter des
Direktors beim Deutschen Bundestag; Vorsitzender des Vorstandes der
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung)
Veranstalter: Landsmannschaft Ostpreußen und Westpreußen, Buchhandlung Geist und Stadtbibliothek Bremen

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