11. Tag der Archive 2022

Fakten, Geschichten, Kurioses

Unter diesem Motto steht in diesem Jahr der bundesweite Tag der Archive. Aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage, haben sich die Archive in Bremen gegen Präsenzveranstaltungen entschieden. Doch mit digitalen Angeboten geben einige Häuser Einblicke in ihre vielfältigen Archivarbeit oder erzählen ungewöhnliche Geschichten.

Mit einem Video präsentiert sich das Staatsarchiv Bremen auf der Webseite zum Tag der Archive, die der Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare betreut. Dort sind auch viele weitere Videos von Archiven in anderen Orten zu sehen.

Das Archiv für deutsche Polarforschung in Bremerhaven hat einen Beitrag über die Polarfahrt der LZ 127 „Graf Zeppelin“ im Blog „Expeditionen“ der Helmholtz-Gemeinschaft veröffentlicht. Sie finden ihn hier.

Das Universitätsarchiv ist einem Ereignis in der Universitätsbibliothek nachgegangen, das vor rund 40 Jahren heftige Diskussionen an der Uni Bremen hervorgerufen hat: einer umstrittenen Aussonderung von Büchern aus dem Bibliotheksbestand.

Das Raumfahrthistorische Archiv präsentiert einen Beitrag von Siegfried Monser zur Mondforschung. Er berichtet über die Bremer Beteiligung an Orion, dem neuen Mondraumschiff der NASA. Das Dokument Die Reise zum Mond beginnt in Bremen können Sie hier herunterladen. Der Artikel ist erstmalig erschienen in: Astronomie + Raumfahrt im Unterricht, Ausgabe 3, August 2021, Heft 183. Copyright: Friedrich Verlag Hannover.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und gute Unterhaltung mit den Filmen!

Vom Waller Friedhof zum Alten Schlachthof

Fahrradtour

Zwei Mahnmale in Bremen erinnern daran, dass vom 8. bis 10. März 1943 fast 300 Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland vom Alten Schlachthof nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden: die Grabstelle der Familie Schmidt auf dem Waller Friedhof sowie die Gedenktafel am Kulturzentrum Schlachthof. Diese sind Ausgangs- und Endpunkt dieser etwa zweistündigen Fahrradtour, die über Osterfeuerberg zum Torfkanal führt, mit Stationen und ausführlichen Informationen an den Orten, an denen die meisten der Deportierten gelebt haben und verhaftet wurden.

Auf dieser Rundfahrt legen wir den Schwerpunkt auf die Geschehnisse in Bremen und berichten ein wenig davon, was wir über das Schicksal der Deportierten in den Konzentrationslagern wissen.

So 25.7. | 11.30 Uhr | Anmeldung unter: a.piplak@kulturhauswalle.de oder Tel.: 0421 3887074

Der Artist. Hans Brockmöller
Fotografie 1945- 1974 – Wiederaufbaujahre

Ausstellung

Bekannt wurde Hans Brockmöller als ein Chronist der Bremer Häfen ab den 1950er Jahren. Fast 30 Jahre fotografierte er ankommende Schiffe, die dort tätigen Menschen bei der schweren Arbeit sowie die täglichen Ereignisse in und um den Hafen. Aufgrund seiner gewagten Positionen auf Schuppendächern und Kranauslegern galt er als „der Artist“. Etwas weniger bekannt sind Hans Brockmöllers Fotografien der Wiederaufbaujahre der Stadt und des Bremer Westens. Wie viele seiner Kollegen dokumentierte er die Zerstörungen Bremens am Ende des zweiten Weltkriegs, hielt den Wiederaufbau und die neu entstehende moderne Architektur fest. Vierzig Jahre nach seinem Tod 1977 konnte das Kulturhaus Walle Brodelpott den Nachlass wiederentdecken und aufarbeiten. In einer Doppelausstellung in Kooperation mit dem Hafenmuseum / Speicher XI kann dieser regionalgeschichtliche Schatz nun wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden. Während die Bilder aus der Blütezeit der Bremer Häfen im Hafenmuseum gezeigt werden, stellt das Kulturhaus Walle Brodelpott die Fotografien aus der Innenstadt und dem Bremer Westen aus.

Ausstellungsdauer: 18.7. – 1.10.2021

In Bremer Archiven auf Spurensuche

In Bremer Archiven auf Spurensuche – Aus dem Gestern für Heute und Morgen lernen

Was heute banal oder unwichtig erscheint kann in wenigen Jahren schon eine historische Bedeutung haben. Wie sah es zum Beispiel bei mir im Stadtteil vor 10, 50 oder gar 100 Jahren aus? Ob Traditionen und Handwerk, besondere Bauwerke, Geschichte der Popmusik oder der Lieblingsverein -ohne die engagierte Arbeit und das gezielte Sammeln von Dokumenten, Bildern oder Filmen in zahlreichen Bremer Archiven würden wichtige Zeugnisse der Vergangenheit verloren gehen. Wir beschäftigen uns damit, was wie und warum archiviert werden sollte, welche historischen Schätzen in den Archiven gefunden werden können und welche besondere Rolle die Sammlungen für Gegenwart und Zukunft haben. Dazu werden wir verschiedene Archive besuchen – vom großen Staatsarchiv bis zum ehrenamtlich geführten Stadtteilarchiv – und die Unterschiede besprechen.

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Ein Kurs der Volkshochschule Bremen. Näheres finden Sie hier.

Raus aufs Land zum Lernen – 100 Jahre Bremer Schullandheime

Das Bremer Schulmuseum stellt in Kooperation mit dem Geschichtskontor die Geschichte der Schullandheime von ihren Anfängen in der Reformpädagogik bis heute vor. Generationen von Bremer Schülern und Schülerinnen haben die Natur „zwischen Marsch, Moor, Geest“ entdeckt, Beeren gesammelt, in der Alten Aller gebadet… Vor allem seit den 1950er Jahren gehörte der Aufenthalt im Schullandheim für die Bremer Großstadtkinder dazu. Die Idee, mit Schüler*innen die „Lehranstalt“ in der Großstadt zu verlassen und gemeinsam die Natur zu erkunden, wurde aber schon vor 100 Jahren geboren. Die Ausstellung zeigt mit historischem Foto- und Filmmaterial ein anschauliches Panorama – das zugleich an die eigene Zeit im Schullandheim erinnert und den pädagogischen Wert der Landheime veranschaulicht.

Dauer der Ausstellung: 25.10 – 25.11. 2020

Filmvorführung:

Im Rahmen der Ausstellung Raus aufs Land zum Lernen – 100 Jahre Bremer Schullandheime werden Filme aus dem Landesfilmarchiv aus den 1930er -1970er Jahre vorgestellt.

Mit Frauke Hellwig, Angela Piplak und Dr. Daniel Tilgner

Di 27.10. 18.00 Uhr | Beitrag 6 €, erm. 4 € | Anmeldung erforderlich: a.piplak@kulturhauswalle.de, Tel: 3887074

Vom Osterfeuerberg ins Rathaus – Frau Senator Käthe Popall

Vortrag von Prof. Dr. Jörg Wollenberg

Käthe Popall, 1907 geboren, wuchs im Osterfeuerberg in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf. Als gelernte Kontoristin engagierte sich ebenfalls in der Arbeiterbewegung, arbeitet zeitweilig auf der „Jute“ in Walle. Von der SPD wechselte sie zur KPD und war im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. Sie wurde 1935 verhafte und kam erst nach 12 Jahren Zuchthaus bei Kriegsende frei. 1945 wurde sie als erste Frau in den Bremer Senat unter Bürgermeister Wilhelm Kaisen berufen. Prof. Dr. Jörg Wollenberg, der Käthe Popall vor über 40 Jahren interviewen konnte, wird mit Unterstützung von Videoausschnitten und Originaltonbändern über den Lebensweg von Bremens erster Senatorin referieren.

9.10. | 18 Uhr | Anmeldung erforderlich: a.piplak@kulturhauswalle.de, Tel: 3887074 | Eintritt: 6 €, erm. 4 €

Vom Freihafen in die Überseestadt

Lichtbildvortrag auf dem Kellogg-Gelände

Cecilie Eckler-von Gleich – Autorin des gleichnamigen Bildbandes – führt in ihrem Lichtbild-Vortrag durch die Geschichte der stadtbremischen Häfen bis zur Entwicklung der heutigen Überseestadt. Im Mittelpunkt stehen der Strukturwandel sowie die Zäsuren und Veränderungen, die zum Zuschütten des Überseehafens 1998/99 geführt haben. Auch wird der Blick auf zwanzig Jahre Überseestadt-Entwicklung und die neuen Großprojekte geworfen.

Ort: ehemaliges Kellogg-Gelände | Verwaltungsgebäude | Überseeinsel | Stephanikirchenweide, BSAG Haltestelle Eduard-Schopf Allee
Mo 16.3. 20.00 | Eintritt 6 €, erm. 4 €

Geschichte der Neuen Frauenbewegung in Bremen…

Wie haben Feministinnen vor 40 Jahren kommuniziert und wie vernetzen sie sich heute?

Führung mit der Zeitzeugin Monika Brunnmüller

Eine Veranstaltung von „belladonna Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e.V“ im Rahmen der Archivsplitter-Ausstellung „Kommunikation. Von der Depesche bis zum Tweet“.

Termin: Montag, 9. März 2020, 17 Uhr
Ort: Bremen, Untere Rathaushalle
Eintritt frei

Klimatrip durch das belladonna Archiv

Zum Thema Klimaschutz in der Neuen Frauenbewegung – eine Spurensuche im Archiv

Das Thema Klimaschutz war bereits in der Neuen Frauenbewegung hochaktuell. Die Zeitreise mit Flugblättern, Tonaufnahmen, Plakaten und Presseartikeln beginnt in den 1970er Jahren und endet im Jahr 2020.
Das Archivteam von belladonna freut sich auf den Austausch!

Zeit: Donnerstag, 5. März 2020, 16 Uhr
Ort: belladonna, Sonnenstraße 8, 28203 Bremenn
Eintritt frei